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Massaker in Ein Zeitun
Ausschnitt aus einem Gespräch der beiden Militärhistoriker Dr. Uri Millstein und Professor Jehuda Wallach im regelmäßigen Programm in KOL ISRAEL, dem staatlichen Israelischen Rundfunk: "Forschungen zur Geschichte des Unabhängigkeitskrieges." Sendung vom 18. Juli 1981, Wiederholung am 20.Juli 1981 (Kanal 2). Übersetzung nach einer Niederschrift in dem Artikel: "Reinheit der Waffen? Es stimmt alles nicht." Von Josef Galili. ZU HADERECH (Haifa), 29. Juli 1981.
Millstein: Ich möchte dem widersprechen, was Jehuda Wallach sagte. Es gibt Dinge, die nicht veröffentlicht werden können. Ich akzeptiere das, und ich werde keine Einzelheiten nennen. Ich will sozusagen nur einen Wink geben. Da ist zum Beispiel das Problem der 'Reinheit der Waffen'. Ganz ohne Zweifel hat es während des Unabhängigkeitskrieges gewisse Affären gegeben. Es stimmt nicht, daß Deir Jassin eine Ausnahme war, wie das in der Fernsehserie 'Die Feuersäule' gesagt wurde. Deir Jassin war keine Ausnahme, es gab viele Deir Jassins während des Unabhängigkeitskrieges. Sehen Sie, das ist eine schwierige Sache...
Wallach: Augenblick, wieso ist es unmöglich, dies zu publizieren?
Millstein: Warten Sie doch ab, darüber rede ich ja gerade.
Wallach: Es gibt dazu ein Gedicht von Altermann. Es wurde an Ort und Stelle geschrieben.
Millstein: Warten Sie doch, wir können nachher debattieren... Nehmen wir eine gewisse Affäre, die sich im Verlauf der Eroberung des arabischen Dorfes Ein Zeitun (Bezirk Safad) ereignete. Bei der Eroberung von Ein Zeitun machte man etwas, was ich nicht wiedergeben möchte, denn ich bin sicher, daß sich der Zensor darauf stürzen würde... Aber was in Ein Zeitun geschah, läßt sogar Deir Jassin als 'ethisch' erscheinen. Und Ein Zeitun wurde von der Palmach ('Schock-Kompanien' der Haganah, der regulären jüdischen Armee; Zusatz des Übers.), von der 3. Kompanie erobert, Jigal Alon, usw... Nun, im gleichen Augenblick, wo man das publiziert, bringt man den Staat Israel in Schwierigkeiten. Kurzum, bei der heutigen politischen Lage könnte es nicht ausbleiben, daß sie sagen: "Aha! Wir haben's ja gesagt, ihr seid Mörder, ihr seid so und so." Ich möchte ja gar nicht sagen, was wirklich dort geschah. Dennoch, als ich diese Affäre entdeckte, sagte ich mir, egal, ob ich sie publiziere oder nicht, ich will einfach wissen, was dort geschah. Also, Freunde, alle an der Affäre Beteiligten haben einen Eid geschworen, ihr Lebtag kein Sterbenswort darüber zu sagen. Nebenbei bemerkt, die Täter von Deir Jassin schworen keinen solchen Eid, sie sind nicht der Meinung, daß sie etwas Böses getan haben. Die Männer, die Ein Zeitun machten, haben den Eid geschworen.
Ich nahm mir vor, die Nuß zu knacken. Also - ich muß Ihnen sagen, während des Unabhängigkeitskrieges gab es wirklich sehr schlimme Dinge. Alle Arten von Waffen wurden benutzt, usw . ... Es gibt kein einziges Thema, von dem die Leute nicht geredet hätten, und nicht nur ein einziger, sodaß man sagen könnte, er übertreibt. Es gibt kein Thema, über das nicht mindestens ein paar Leute zu reden bereit wären. Da ist vielleicht eher ein psychologisches Problem, oder ein Problem, das Sicherheits- oder Geheimdienstorgane beschäftigen kann, aber nicht die Historiker. Von daher gesehen sind wir Historiker in einer guten Lage.
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