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Der Weg aus der Sackgasse PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: B. Michael   
Donnerstag, den 17. Februar 2005 um 11:25 Uhr

DER WEG AUS DER SACKGASSE

Von B. Michael*

* Übersetzung aus dem Hebräischen, HA'ARETZ, 11. Mai 1979. Zum politischen Hintergrund siehe z.B. die Bemerkung von Danny Rubinstein In DAVAR vom 6. Juni 1980, zitiert in H.Spehl: KLARTEXTE Nr. 3, Anmerkung 4.

Weil ich herzliches Mitleid empfinde für die armen Geschöpfe, deren Untersuchung der Zwischenfälle mit schießfreudigen Siedlern nach behördlicher Darstellung in einer Sackgasse endeten, möchte ich ihnen zu Hilfe kommen und sie aus dem Labyrinth erretten. Mein Herz blutet, wenn ich das schreckliche Hemmnis sehe, das die Sackgasse so hoffnungslos macht und die Untersuchungsbeamten in Sack und Asche zwingt.

Ein paar herzlos mißgünstige Leute führen an, daß der Grund, weshalb die Untersuchungen in einer Sackgasse enden, einfach der ist, daß ein Weg beschritten wird, über dem das Gesellschaftsverkehrszeichen 'Sackgasse' hängt. Ich habe da beispielsweise in der Zeitung gelesen, daß ein Siedler, der nach einem Schießerei-Zwischenfall in Bir-Zeit von der Polizei gebeten wurde, zu einer Vernehmung zu kommen, dies öffentlich abgelehnt und sich auch geweigert hat, der Polizei die Schußwaffe zu übergeben. Erst nach zwei Tagen war er großzügigerweise einverstanden, zur Polizeistation zu kommen und seine 'Uzzi'-Maschinenpistole für einen ballistischen Test mitzubringen. Nach zwei Tagen, und er brachte tatsächlich eine 'Uzzi' mit! Die gleiche 'Uzzi'? Seine eigene 'Uzzi'? Man muß entweder sehr bescheuert oder sehr ehrlich sein, wenn man einer solchen Versuchung widersteht und nicht eine andere 'Uzzi' mitbringt, oder einfach den Lauf auswechselt.

Genau das gleiche ist schon mal passiert. Die israelische Verbrecherwelt sieht bereits freudig der Zeit entgegen, in der die Polizei innerhalb Israels ihr gegenüber genauso großzügig ist.

Aber wie dem auch sei, ich bin jedenfalls sehr unglücklich, so viele Untersuchungen der unvermeidlichen Sackgasse zutreiben zu sehen, und ich lege hier ein vorgefertigtes Schriftstück zum Gebrauch bei vorbelasteten Untersuchungen bezüglich der Todesursache irgendwelcher Araber in den besetzten Gebieten vor.

Bitte sehr:

Die Untersuchungskommission freut sich, bekanntgeben zu können, daß sie bei der Untersuchung des Todes des Arabers A., Sohn des B., in keine Sackgasse geriet. Wir haben Folgendes festgestellt:

1. Der Araber starb eines ganz natürlichen Todes, denn nichts ist natürlicher als der Tod, wenn eine Kugel in einen Araberkopf oder einen anderen lebenswichtigen Körperteil eindringt.

2. Die tödliche Kugel stammt aus einer Waffe, die nicht untersucht werden konnte, weil wir

(a) nicht wissen, wo sie ist,

(b) den unfreundlichen Eigentümer der Waffe nicht dazu bewegen konnten, sie uns zu zeigen.
(Zutreffendes bitte ankreuzen).

3. Da einerseits feststeht, daß der Araber tot ist, und wir andererseits nachgewiesen haben, daß niemand auffindbar ist, der auf ihn geschossen hat, kam die Untersuchungskommission zu dem Schluß, daß der Araber Selbstmord begangen hat.

4. Wie zahlreiche unparteiische Untersuchungen gezeigt haben, und wie auch statistisch nachgewiesen wurde, handelt es sich bei jedem toten Araber (ausgenommen bei hohem Alter oder bei Krebs) um einen Selbstmörder.

5. Die Untersuchungskommission gibt jedoch ergebenst bekannt, daß sie bezüglich der Frage, wie der Selbstmörder in den Besitz der Selbstmord-Waffe gelangte, bisher zu keinem schlüssigen Ergebnis gelangen konnte. Die Untersuchung wird aber fortgeführt und zahlreiche Araber wurden zur Klärung dieser Frage bereits in Haft genommen.

6. Die Untersuchungskommission drückt ihre Besorgnis über diese Welle von Selbstmorden unter Arabern aus, möchte aber gleichzeitig feststellen, daß dies ein Zeichen mehr ist für deren Extremismus.

7. Wir danken für Ihr Interesse.

Soweit meine Anregung an die Adresse der Behörden. Sollten sie meinen bescheidenen Vorschlag annehmen und das Formblatt für obligatorisch erklären, wird der gute Ruf der Siedler und anderer Personen für immer gesichert sein.

 
 
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