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Jawohl, geht zur Halacha PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jedidja Segal   
Donnerstag, den 17. Februar 2005 um 10:51 Uhr

JAWOHL, GEHT ZUR HALACHA

Von Jedidja Segal*

* Übersetzung aus NEKUDA, Nr. 47 (3. September 1982). NEKUDA ist die Zeitschrift der Siedlergemeinden in Judäa, Samaria und im Gaza-Streifen. Jedidja Segal ist Mitglied der Siedlergemeinde Ofra (Westbank).

Kürzlich erschienen in NEKUDA zwei Aufsätze mit dem Anliegen, uns eine positive (ja sogar freundschaftliche) Einstellung zu den Arabern in Judäa und Samaria zu predigen. Die beiden Verfasser zitieren anscheinend Briefe zweier jüdischer Weisen (Maimonides und Rabbi Kook) unter völliger Mißachtung verschiedener Prinzipien der Halacha [Halacha: Die im Talmud aufgeführten Religionsgesetze, die die Grundlage der religiösen Praxis bilden. - H.S.], die uns einen anderen Weg weist als denjenigen, den die beiden ehrenwerten Verfasser uns aufzuerlegen versuchen.

Man sollte aus ganzem Herzen dem Ruf beipflichten, der in NEKUDA Nr. 45 an uns erging: Geht zur Halacha! Aber man sollte ohne Vorurteile zur Halacha gehen. Jemand, dessen Herz von humanistischen, liberalen oder sozialistischen Prinzipien geprägt ist (die allesamt moderne Formen von Götzendienst sind, welche einen Teil unseres Volkes zur Verweltlichung und Ungläubigkeit verführt haben), wird natürlich mit Kerzen nach den Quellen suchen, die seine vorgefaßte Meinung bestätigen. Und es ist ebenso natürlich, daß er, trotz seiner "präzisen Studien", beispielsweise die Talmud-Stelle (Traktate Sukah, 52 B) nicht auffinden wird, wonach der Herr, gesegnet sei sein Name, die Erschaffung der Ismaeliten (d.h. der Araber; Zusatz d. Übers.) bereut; oder die andere Stelle mit den Spuren der kränkenden Einstellung unserer Weisen, gesegnet sei ihr Andenken, gegenüber den Gojim: "Ein Volk, das dem Esel gleicht" (Traktate Kidduschim, 68 A). Er gleicht einem Mann, der zu beweisen versucht, daß eine bestimmte Geldkassette nur Messingmünzen enthält, und der wühlt und wühlt und endlich eine Münze herausnimmt und sie vorzeigt, während er mit der anderen Hand die Kassette zuhält, damit niemand bemerkt, daß es die einzige Messingmünze unter vielen Goldmünzen ist. Darf man die Halacha so selektiv benutzen? Darf man sie vergewaltigen, um sie in Einklang mit der modernen Zivilisation zu bringen, die ihr doch so fremd ist, und die mit ihr in hartem Widerstreit um die jüdischen Seelen liegt?! Und wo bleibt da die intellektuelle Redlichkeit? Zur jüdischen Haltung gegenüber einem besiegten Volk gibt es in der Halacha klare Aussagen. Ich würde von einem Autor, der heute nicht mehr nach der Halacha handeln möchte, zumindest erwarten, daß er sie richtig zitiert. Die völlige Mißachtung der Halacha und der Versuch, mit Zitaten ohne Sachbezug irrezuführen, gereichen denen, die im Namen der Halacha predigen wollen, nicht zur Ehre.

Die einschlägigen Gesetze, die zitiert werden sollten, stehen in Maimonides, Mischne Tora, Gesetz der Könige (Kapitel 6): "Man darf gegen niemand in der Welt Krieg führen, bevor man ihm Frieden angeboten hat, gleichgültig, ob der Krieg ein Erlaubter Krieg (hebr.: Milchemet Reschut), oder ein Heiliger Krieg (hebr.: Milchemet Mitzwa) ist; wie geschrieben steht: 'Wenn du vor eine Stadt ziehst, sie zu bestreiten, so sollst du ihr den Frieden anbieten'. [5. Moses 20,10]. Nehmen sie den Frieden an und sind bereit, die sieben Gebote der Söhne Noahs zu befolgen, soll keiner von ihnen getötet werden; sie müssen jedoch Tribut zahlen. Wie geschrieben steht: 'Sie sollen dir Tribut zahlen und deine Sklaven sein…' [5. Moses 20, 11. Die Luther-Übersetzung: "... sollen dir zinsbar und untertan sein" ist zu glatt. Dem hebräischen Wortsinn nach ist Sklaverei gemeint. Dies entspricht der Interpretation im Talmud, die J. Segal weiter unten aufgreift - H.S.]. Das Sklaventum, das sie auf sich nehmen müssen, bedeutet, daß sie als Verachtete und tief Erniedrigte leben müssen (hebr.: Schefelim lemata), und daß sie unter Juden niemals ihr Haupt erheben dürfen, sondern als Besiegte unter ihrer Knute leben müssen. Und keiner von ihnen wird jemals über die Juden zu stehen kommen, in keinerlei Amt der Welt…"

Der Krieg ist von Übel und der Friede ist ihm vorzuziehen. Aber wehe dem Besiegten in einem Frieden dieser Art. Totale Unterwerfung, zwangsweise Übernahme der fremden Kultur und Hinnahme der Verachtung und Erniedrigung. Das sind die richtungweisenden Prinzipien für die Haltung, die sich das Volk Israel gegenüber den Völkern zu eigen machen sollte, deren Städte es erobert hat. Nur mit Blick auf einen solchen gedemütigten und erniedrigten Goi sagt Maimonides des weiteren, daß man in einem mit ihm abgeschlossenen Vertrag nicht lügen darf, was bedeutet: es ist verboten, ihn zu töten, wenn er die Sklaverei und die Unterwerfung akzeptiert. Über einen solchen Goi sagt Maimonides (in Kapitel 10, Gesetz 12): "Mir scheint, daß man solchen ansäßigen Fremdlingen mit der gleichen Höflichkeit und mit gleichem Wohlwollen begegnen soll, wie Juden ... Die Weisen befahlen, daß die kranken Ungläubigen sogar besucht und ihre Leichen mit den jüdischen bestattet werden sollen, und daß man, um des Friedens willen, ihre Armen zusammen mit den jüdischen Armen unterstützt. Wie geschrieben steht: 'Gut und barmherzig ist Gott gegen alle seine Geschöpfe', und es steht geschrieben: 'Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Friede'.[Sprüche Salomos 3, 17.]" Das bedeutet: Solange der Goi erniedrigt und verachtet ist, und solange er unter Juden sein Haupt nicht erhebt (also nicht wie diejenigen, die herumschreien: "Mit Sturm und Blut werden wir Dich, oh Palästina, befreien"), steht ihm eine angemessen menschliche Behandlung zu.

Möglicherweise sollten die obengenannten Gesetze von uns noch nicht praktiziert werden, und zwar aus zwei Gründen: weil erstens der Status der israelischen Regierung hinsichtlich der Halacha nicht klar ist, und weil zweitens ein großer Teil unseres Volkes selbst unter Feinden lebt, und wir um ihr Schicksal bangen müssen. Aber ein klarer Schluß kann aus ihnen gezogen werden: Die jüdische Religion (hebr.: Torat Israel) und der moderne, atheistische Humanismus haben nichts miteinander gemein. Eine Religion (hebr.: Tora), die bestimmt, daß ein besiegtes Volk verachtet und erniedrigt werden muß, und daß ihm eine fremde Kultur aufgezwungen werden muß; eine Religion, die bestimmt, daß in einem Heiligen Krieg Männer, Frauen und Kinder ausgerottet, getötet und unschädlich gemacht werden sollen (Maimonides, ibid. Kapitel 6, Gesetz 4); eine Religion, die bestimmt, daß die heiligen Gesetze nur für die Beziehungen der Juden untereinander gelten (zu diesen Geboten siehe das Buch der Erziehung); eine Religion, die bestimmt, daß Gebote wie: Liebe zum Fremdling und Verbot der Täuschung des Fremdlings nur gegenüber demjenigen gelten, der schon beschnitten und untergetaucht wurde (siehe das Buch der Erziehung); eine Religion, die auf Rache hofft im Stil von "Wohl dem, der deine Säuglinge nimmt und sie am Felsen zerschmettert" (Psalm 137): eine solche Religion ist nicht humanistisch. Sie ruht auf moralischen Fundamenten, die von denen, die heute in der westlichen Welt akzeptiert werden, völlig verschieden sind. Einerlei, ob es in unserer Macht steht, diese Gesetze heute anzuwenden oder nicht, - die ewigen Prinzipien ändern sich nicht. Und wenn wir heute zusammenkommen, um über eine Reaktion auf feindselige Umtriebe der arabischen Bevölkerung zu beratschlagen, dann ist lediglich abzuwägen: "Nützt es, oder nützt es nichts." Für irgendwelche "humanen" Erwägungen ist kein Platz, weil es so etwas wie eine humane Haltung gegenüber einem Feind in der Halacha nicht gibt.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 18. April 2010 um 10:03 Uhr
 
 
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