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SCHUTZIMPFUNG
Von Dan Miron*
* Übersetzung aus JEDIOTH AHARONOT, 3. Februar 1984. Professor Dan Miron Ist der In Israel bekannteste und geschätzteste Literaturkritiker.
Seit den beiden Fernsehauftritten von Mitgliedern der MENA-Gruppe aus Ober-Nazareth hat sie eine ausgesprochen "schlechte Presse". Journalisten jeder Sorte und Leute der unterschiedlichsten politischen Parteien waren schockiert, als sie an jenem späten Abend des 1. November 1983 im Fernseh-Interviewprogramm "Koteret Laila" sozusagen die Geburtsstunde des israelischen Rassismus erlebten. Und alle miteinander - darunter auch Leute, die nicht gerade dafür bekannt sind, daß sie jemals etwas für die Förderung von Toleranz zwischen Juden und Arabern getan haben - alle miteinander mißbilligten das Phänomen. Die Aktionen und Äußerungen der MENA-Gruppe schienen der Entrüstung von Leuten nahezu jeder politischen Einstellung wert zu sein, ein paar Parteigänger von Groß-Israel eingeschlossen. Verteidigungsminister Mosche Arens zog sogar eine Parallele zwischen Nazareth und Hebron, was MENA gar nicht gefiel. Wenn jüdischen Siedlern in Hebron erlaubt ist, ihre Anwesenheit der arabischen Bevölkerung aufzuzwingen, dann sollte es, nach Meinung von Arens, auch den Arabern von Nazareth erlaubt sein, in Ober-Nazareth zu leben und ihre Anwesenheit der dortigen jüdischen Bevölkerung aufzuzwingen. Und so konnte der Eindruck entstehen, daß die MENA-Gruppe mit ihrer Weigerung, Araber in Ober-Nazareth wohnen zu lassen, womöglich Gott behüte! - die Logik der jüdischen Besiedlung der besetzten Gebiete untergräbt...
Es dürfte offensichtlich sein, daß ich hier keineswegs beabsichtige, die Leute von MENA als unschuldig-tugendhaft darzustellen, und die Schelte als unverdient. Ich bin allerdings der Meinung, daß wir mit dieser Kollektiv-Attacke auf diese Leute einen allzu einfachen Weg aus dem Schlamassel einschlagen. Wir sollten diese Schelte nicht in ein Absolutions-Ritual verkehren, das alle jene freispricht, die in ihren Herzen an den öffentlich geäußerten Schändlichkeiten teilhaben, oder die anderweitig, direkt oder indirekt, für die Vergiftung der Herzen und Gemüter verantwortlich sind. Die Umfunktionierung der MENA-Mitglieder zu einem Sündenbock, zum einzigen Bazillenträger des israelischen Rassismus, ist nicht dazu angetan, Toleranz und Brüderlichkeit zwischen Juden und Arabern zu fördern.
Man sollte differenzieren zwischen realen und "existentiellen" Beweggründen einerseits, die die Ursache für die Entstehung von MENA und für deren Aktionen waren, und der ideologischen Vereinfachung andererseits, die in den Äußerungen der MENA-Vertreter sichtbar wird. Mit dieser Differenzierung möchte ich keineswegs den Stellenwert und die Gefahr herunterspielen, die in der ideologischen Vereinfachung steckt. Ich bin im Gegenteil der Meinung, daß ideologische Vereinfachungen zeitenweise viel gefährlicher sein können als das tatsächliche Übel und die Gefahr der Stunde, die die Gelegenheit zur Ideologisierung geboten haben. Diese Differenzierung ist nichtsdestoweniger wesentlich, wenn wir ehrlich auf die Aktionen von MENA reagieren wollen.
Wir müssen in diesem Sinne klarstellen, daß die realen Beweggründe, mit denen wir es hier zu tun haben, weder neu sind noch einzig und allein für die Bewohner von Ober-Nazareth gelten. Sie entwickelten sich aus dem wohlbekannten, in "Heimarbeit" geschaffenen Rassismus, der Teil unseres Lebens in Israel ist. Es ist definitiv kein neues Phänomen, daß Juden sich weigern, zusammen mit Arabern auf gleicher Basis zu leben. Auch die andauernden Belästigungen, die darauf angelegt sind, die Araber aus Ober-Nazareth zu vertreiben und andere vom Zuzug abzuschrecken, sind nichts Neues. Diese Art von Ablehnung und derartige Aktionen gibt es in Tel Aviv und Jerusalem, und es gibt sie in anderen Städten, im Moschav und sogar im Kibbutz. So etwas gibt es auch, nebenbei gesagt, in verschiedenen Teilen der freien und der nicht-freien Welt, wo jemand wegen seiner Hautfarbe, oder seinem sonderbaren Namen, kein Hotelzimmer bekommen, keine Wohnung mieten, oder nicht Mitglied in einem Sportverein werden kann.
Solche Zurückweisungen und solche Aktionen entstehen aus Haß gegenüber dem Anderen, aus Furcht vor ihm, aus dem Hang, sein Dasein nicht auf der Grundlage realer menschlicher Gegebenheiten aufzufassen, sondern sich mystischer Stereotypien zu bedienen, die entweder bedrohlich-dämonische, oder lächerlich-abschätzige Untertöne haben. In anderen Teilen der Welt beruht dieser Haß und diese Angst auf alten religiösen oder nationalen Traditionen, auf sozialem oder wirtschaftlichem Konkurrenzneid, auf Minderwertigkeitsgefühlen (üblicherweise in der Maske von hochtrabendem Religions- oder Nationalstolz), auf Unsicherheit und allgemeiner Hilflosigkeit (in der Maske großartiger Illusionen und prahlerischer Macht). In Israel kann zu all dem die Konfliktspannung, der Haß und die Angst hinzuaddiert werden, die seit dem Beginn der neuen jüdischen Siedlung in Eretz Israel aus der Blutfehde zwischen Juden und Arabern herangewachsen sind. Genau betrachtet ist der rassistische Haß auf die Araber in Israel überhaupt nicht verwunderlich. Es ist im Gegenteil verwunderlich, und es verdient Respekt, daß kleine Teile der israelischen Öffentlichkeit standfest genug waren und von diesem Haß nicht mitgerissen wurden. Man muß sich klar machen, daß dies nicht nur einen unablässigen Kampf mit der allgemeinen Atmosphäre der gesamten Umwelt bedeutet, sondern einen noch schwereren Kampf mit tiefen, psychologischen Bedrängnissen. Ich glaube, daß kein Teil der israelischen Öffentlichkeit völlig frei ist von diesem rassistischen Krankheitsherd. Sogar in den Kibbutzim von Haschomer Hatza'ir, wo die Solidarität unter den Nationen hochgehalten wird, kann die romantische Episode eines jüdischen Kibbutz-Mitglieds mit einem arabischen Mädchen unglaubliche Verwicklungen hervorrufen, die nichts anderes sind als Rassismus. Die Bewohner von Ober-Nazareth sind gewöhnliche Israelis, sie sind wie alle anderen. Zehntausende von Israelis teilen deren reale Beweggrunde., Ich erinnere mich, wie ich vor 15 Jahren, nach dem Sechs-Tage-Krieg, Mitglied einer Gruppe von Studenten und Dozenten an der Tel Aviver Universität war, die sich unter anderem die Aufgabe gestellt hatte, den israelisch-arabischen Studenten bei der Lösung ihrer Probleme zur Seite zu stehen. Ihr schlimmstes Problem war das Unterkunftsproblem. Viele arabische Studenten kamen aus Nazareth und den Dörfern des Dreiecks oder des Galils und konnten in Tel Aviv und Umgebung keine Unterkünfte finden. Die Zimmervermieter weigerten sich, sie als Mieter zu akzeptieren. Ein fluchtiger Blick auf den Studenten oder sein Akzent reichten aus, um ihn zurückzuweisen, und keine Überredungsgabe konnte daran etwas ändern.
Die Mitglieder der Gruppe, der ich angehörte, versuchten mit den Vermietern zu reden und sie günstig zu stimmen, und wenn alle Mittel versagten, wurden sie auch mal hintergangen, indem wir für zurückgewiesene arabische Studenten eine Wohnung auf unseren Namen mieteten. Wir wurden bedroht und beschimpft, aber wir bekamen auch Erklärungen und Verteidigungsreden im Sinne von "Was wollt ihr eigentlich von mir" zu hören. Erstens, so sagte man uns, bedeutet ein arabischer Student im Haus einen Feind im Haus, und wie kann man mit einem Feind zusammen in einem Gebäude wohnen? Zweitens ist der durchschnittliche arabische Student ein Terrorist. Das Haus wird dazu benutzt, um Waffen zu stapeln und man wird im Hause Pläne zur Zerstörung des Staates Israel schmieden. Drittens benimmt sich der durchschnittliche arabische Student unmöglich, er raucht Haschisch und wird das Haus zu einer Rauschgift- und Prostituiertenhöhle machen. Viertens besteht die Gefahr des schlechten Einflusses auf die Jugendlichen im Haus. Er wird versuchen, den Jungen in seine Fußstapfen zu ziehen, er wird die Tochter vergewaltigen, sie zur Prostitution verleiten wollen, oder, was noch schlimmer ist, sie heiraten. "Sind Sie bereit, die Verantwortung für Mischehen und die Zerstörung von Familien auf sich zu nehmen?", wurde ich gefragt. Und ganz zum Schluß wurde mir bedeutet, daß die Anwesenheit eines arabischen Studenten den Immobilienwert beeinträchtigen und potentielle Käufer verscheuchen kann. Kurzum, es gelang uns nicht, die Mauer der jüdischen, rassistischen Stereotypien und Vorurteile zu durchbrechen. Es ist natürlich völlig unmöglich, mit jemand zusammenzuwohnen, der es mit Belästigungen und Demütigungen darauf anlegt, einen unerwünschten Nachbarn loszuwerden. Die ganz wenigen arabischen Studenten, die in gemietete Wohnungen eingeschleust wurden, zogen sehr bald wieder aus. Das Unterkunftsproblem der arabischen Studenten wurde erst gelöst, als die Universität ihnen einen großen Teil der universitätseigenen Studentenwohnungen überließ (was in hohem Maß auf Kosten von jüdischen Studenten ging, die aus wirtschaftlichen Gründen Anspruch auf subventionierte Wohngelegenheiten hatten, die sie nun nicht mehr bekommen konnten). Araber ohne die Hilfe öffentlicher Institutionen, wie die Universität, also Kellner, Garagenarbeiter, Bauarbeiter, usw., die nicht jede Nacht ins Dorf zurückkehren können, leben in Tel Aviv unter unglaublichen Umständen, vertrieben von einem Keller in den anderen, aus einer Hütte in die nächste, als Brennpunkt allen Hasses und aller Schikanen der jüdischen Bewohner ringsumher.
Wir sollten aufrichtig sein und uns fragen, ob die Weigerung der jüdischen Bewohner von Ober-Nazareth, Araber Wohnungen mieten oder erwerben zu lassen, so verschieden ist vom Verhalten des guten, ehrenwerten Bürgers von Tel Aviv. Wir sollten auch alle jene fragen, die sich in der Entrüstung über MENA einig sind, Knessetmitglieder und die Presse eingeschlossen, wieviele von, ihnen bereit sind, einem Araber aus Nazareth ein Zimmer in ihrer Wohnung zu vermieten, oder ihn auch nur eine Wohnung in ihrem Wohnblock mieten zu lassen. Da ist ganz offensichtlich eine Menge Heuchelei im Spiel.
Der Hauptunterschied, den ich zwischen MENA und den Bürgern von Tel Aviv sehe, betrifft nicht die Taten, sondern was dazu gesagt wird. Alle jene, mit denen ich damals zusammentraf, hatten über die Araber "im allgemeinen" nur Gutes auszusagen. Sie wollten mit ihnen keinen Streit. Sie wünschten sich Frieden und gute Beziehungen. Einige erzählten mir von langen Freundschaften mit Arabern und wollten mir zum Beweis jener alten Freundschaft sogar eine Adresse (in Gaza oder Ost-Jerusalem) geben. Ja und? Jeder gehört an seinen Platz. Und warum sollten die arabischen Studenten nicht auf einer eigenen Universität in Nazareth studieren?
Ganz ähnliche Dinge also, wie wir sie jetzt von Abraham Cohen, einem der ersten Mitglieder von MENA, bei einer Versammlung von Wohnungseigentümern in Ober-Nazareth gehört haben: "Ich hab doch gar nichts gegen sie - laßt sie in Frieden leben und mit uns geschäftliche und freundliche Beziehungen unterhalten aber jeder an seinem Platz." Aber das war nur ein Teil von dem, was er sagte (KOL HA'EMEK, 7. September 83). Er sagte auch: "Also wenn es das ist, was Sie wollen gut, ich bin ein Rassist! Ich will unter keinen Umständen Araber in dieser Stadt!" Und die Versammlung faßte den Beschluß: "Das Ziel ist eine rein-jüdische Stadt." So etwas hätte man früher nicht ausgesprochen. Als Rassist beschuldigt zu werden, war damals eine schlimme Beschimpfung. Niemand hätte damals gewagt, das Wort "rein-jüdische Stadt" über die Lippen zu bringen. Die Erinnerung an das Nazi-Wort "Juden-rein" war noch ganz frisch in unserem Kollektiv-Bewußtsein. Das Neue an der Sache ist also, daß Cohen bereit ist, sich als Rassist zu bezeichnen, das Neue ist der Slogan "rein-jüdische Stadt" und die Forderung von Finkelstein, alle Araber über die Grenze zu schaffen (KOTERET RASCHIT). Aber ist dies etwa in Ober-Nazareth entstanden? Hat etwa MENA oder auch nur Kahanes KACH-Bewegung dies erfunden? Handelt es sich nicht vielmehr um die direkte Folge des Brutalisierungs-Prozesses, den die gesamte israelische Öffentlichkeit in diesen vergangenen siebzehn Jahren durchgemacht hat? Israel Eilat, ein Journalist bei DAVAR, erzählt uns, wie schockiert er war, daß Finkelstein die Araber mit einem "Krebsgeschwür im Staatskörper" verglichen hat (DAVAR, 10. November 1983). "Dies war das erste Mal, daß ich solche Worte im Staate Israel öffentlich aussprechen hörte, ausgesprochen von einem Juden. Laut und ohne Scham und ohne Zögern ausgesprochen."
Da muß man wirklich fragen, wo Eilat all die Zeit gewesen ist, und wie es kommt, daß er nicht weiß, daß Finkelsteins Krebsgeschwür-Metapher einer ähnlichen Äußerung entstammt, die General Janusch Ben Gal von sich gab. Jeder Israeli, der hier lebt, kann ähnliche Metaphern aus dem Mund von weit wichtigeren und einflußreicheren Leuten hören als es die Repräsentanten von MENA sind. Hat denn Eilat eine weitaus rassistischere Metapher wie diejenige von Ex-Generalstabschef Raful Eytan nicht gehört, der die Araber mit "betrunkenen Insekten" verglichen hat? Und was ist mit der Aufforderung, man solle ihnen "die Hoden ausreißen"? Und was ist mit der unvergessenen Metapher von Begin aus der Zeit vor dem Krieg in Libanon, als er den Araber, und sei er ein Terrorist und Mörder, als "zweibeiniges Tier" bezeichnet hat?
Die Mitglieder von MENA zogen lediglich die Schlußfolgerung aus dem, was bessere und wichtigere Leute sagten und taten. Die Wurzel des Übels liegt nicht bei den Finkelsteins aus Ober-Nazareth, sie liegt bei den israelischen Führungspersönlichkeiten, von denen die Verhaltensmuster stammen. Ihre Metaphern wurden von Leuten aufgegriffen, die dafür empfänglich sind. Wenn die Araber "Insekten" in unserem Nationalheim sind, dann gehören sie entfernt, und gibt es einen besseren Weg, sie loszuwerden, als sie mit irgendeinem Gift zu töten? Und leblose "betrunkene Insekten" müssen aus dem Haus, damit der schlechte Geruch verschwindet. Wer behauptet, daß die Araber ein "Krebsgeschwür im Staatskörper" sind, denkt doch wohl an eine Operation zur Entfernung des Geschwürs, damit der Rest des Körpers gerettet wird. Was ist denn nach all dem so neu an Finkelsteins Forderung, die Araber über die Grenze zu schaffen? Seine Version ist ja, nach allem was wir hier von Politikern und Generälen hörten, noch nicht einmal die extremste.
Die Mitglieder von MENA glaubten, daß man jetzt alles aussprechen kann. Sie waren halt ein bißchen naiv, und merkten nicht, wie verheuchelt unsere Gesellschaft in diesen Dingen ist. Wenn sie nicht allen Ernstes und in gutem Glauben diese ganze Korruption der israelischen Führerschaft der letzten Jahre in sich aufgesogen hätten, sie würden niemals gewagt haben, eine Figur wie Finkelstein vorzuschicken, um von den Wölfen der Presse ausgeforscht zu werden, und sie würden sich nicht so beeilt haben, ihren Rassismus öffentlich zum besten zu geben. Sie hätten stattdessen dahergeredet wie jene Leute, die ich vor fünfzehn Jahre kennenlernte, und sie hätten alle diese Israelis, die nun so entrüstet sind, gefragt, ob sie nicht mitmachen wollen in Ober-Nazareth. Aber die Mitglieder von MENA gingen von der Annahme aus, daß im Israel, wie es heute ist, im stolzen Israel, das nur noch Verachtung für die "schönen Seelen" übrig hat, daß in diesem Israel lange Umschweife unnötig und Entschuldigungen unangebracht sind. Heute kann man stolz erklären: ja, ich bin Rassist; denn wir leben nicht mehr in der Ara des doppelten Zungenschlags.
Richtig gesehen hat MENA dem Kampf für Toleranz und gegen Rassismus in Israel einen guten Dienst erwiesen. MENA hat das häßliche Gesicht des israelischen Rassismus in seinem alten Wesen und seiner neuen ideologischen Aufmachung enthüllt. Diesen Rassismus gibt es nicht nur bei MENA, er existiert in allen Bereichen der israelischen Öffentlichkeit. Er bestimmt nicht nur die Qualität der täglichen Wechselbeziehungen zwischen Juden und Arabern, sondern er regelt auch den Tonfall der Debatte der Juden untereinander, weil er eben zur allgemeinen Brutalisierung und Verhaltensweise unserer Gesellschaft dazugehört. Der Dienst, den uns MENA' unbewußt erwiesen hat, könnte dennoch vertan sein, wenn der hervorgerufene Schock sich in der Verurteilung von MENA erschöpft, und wenn wir nur eben mal demonstrierend auf die Straße gehen mit der Forderung, daß die Araber leben dürfen wo sie wollen. Wir müssen Finkelstein ansehen und uns in ihm wiedererkennen. Die Kultur jedes einzelnen von uns liegt nackt vor unseren Augen. Wir selber sind die Finkelsteins. MENA wird uns nur dann zum wirklichen Nutzen werden, wenn wir dem neuen, ideologischen Rassismus, der sich mitten unter uns aus dem alten, existentiellen Rassismus entwickelt hat, mutig entgegentreten. Wenn wir so handeln, dann wird sich das Zustandekommen der MENA-Gruppe als wahre Schutzimpfung gegen eine fürchterliche Krankheit erweisen, die ein politisches Desaster und den sozialen Zerfall und kulturellen Tod unserer Gesellschaft in sich birgt, falls sie sich unbekämpft unter uns breitmachen kann.
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