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Was Juval Neeman wirklich sagte PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Juval Neeman   
Mittwoch, den 16. Februar 2005 um 23:08 Uhr

Was Juval Neeman wirklich sagte*

* Übersetzung aus HA'ARETZ, 18. Juni 1981.

In der HA'ARETZ-Beilage (5. Juni) erschien aus der Feder von Tom Schegev ein Interview mit mir. Herr Schegev hat das Recht, sich aufzuregen und seiner Erregung Ausdruck zu verleihen, wie immer sie ausfällt, und ich würde mich mit seinem Zeitungsbericht nicht auseinandersetzen, wenn nicht ein bedauerliches Mißverständnis entstanden wäre.

Im Zusammenhang mit meiner negativen Bemerkung zur Linie der KACH-Bewegung, gab ich Herrn Schegev einige Informationen, die nicht für die Veröffentlichung bestimmt waren. Er schreibt nun, daß ihn meine Worte "erzittern" ließen, und daß ein "kalter Wind" von mir ausging. Da die Worte nicht spezifiziert wurden, hörte ich von verschiedenen Seiten, daß der entstandene Eindruck sehr schlimm sei, als wäre von Menschenleben die Rede gewesen.

Ich sehe mich deshalb gezwungen, die Art der Themen zu spezifizieren, die erörtert wurden. Vielleicht wird die Reaktion der Öffentlichkeit anders ausfallen als die von Schegev. Ich erörterte die Frage der Bevölkerungs-Bewegung in Kriegszeiten: die beiden Gründe, die zur Evakuierung der (arabischen) Bevölkerung von Lod und Ramleh während des Krieges von 1948 führten; was vor 5 Jahren in Zypern passierte, als die Türken den Auszug von 300 000 Griechen aus dem westlichen Teil der Insel veranlaßten; den Auszug der Griechen aus der Türkei 1923; die Emigration der algerischen Juden 1962; und was weiter auf diesem Gebiet in Eretz Israel passieren könnte im Zusammenhang mit der zukünftigen Sicherheitstage. (Wir vergaßen die bevorstehende Evakuierung der jüdischen Einwohner von Ofira und Jamit zu erörtern, falls 'Hatechijah' nicht an Einfluß gewinnt.)

Möglicherweise werden einige HA'ARETZ-Leser nicht so erzittern wie Tom Schegev.

Prof. Juval Neeman.
Vorsitzender der Bewegung Hatechijah.

*

Tom Schegev bemerkt dazu:

Professor Neeman sprach mit mir nicht über "Bevölkerungsprobleme in Kriegszeiten", als handle es sich um rein theoretische Erörterungen,. und er erwähnte kein einziges der historischen Beispiele, die er in seiner Zuschrift anführt. Vielmehr bedauerte er ausdrücklich, daß ZAHAL (die israelische Armee; Zusatz des Übers.) den Jom Kippur - Krieg (1973) nicht dazu benutzt hat, "den Gaza-Streifen von seinen Bewohnern leerzufegen". Dies ist, nach seinen Worten, "das wahre Versäumnis" des Krieges gewesen. Er äußerte in diesem Zusammenhang, daß die Gelegenheit verpaßt worden sei, das Bevölkerungsproblem im Gaza-Streifen "ein für allemal" zu lösen.

Professor Neeman wurde weiterhin nach seiner Meinung bezüglich dem Rabbi Meir Kahane zugeschriebenen Vorschlag gefragt, die Bewohner der Westbank zu vertreiben. Seine Antwort war, daß Kahane durch seine öffentlichen Äußerungen "der Sache schadet". Nach Neemans Meinung "sind dies Dinge, die ohne viele Worte angepackt werden müssen". Er fügte hinzu, daß er, im Gegensatz zu Kahane, eines Tages sehr wohl in eine Lage kommen könnte, in der er die Kompetenz und die Machtmittel zur Durchführung der Vertreibung der Palästinenser haben werde. Er werde es deshalb vorziehen, sich nicht durch voreilige Erklärungen festzulegen.

 
 
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